Drehzahlregelbare / Frequenzgesteuerte Pumpe richtig einstellen

Drehzahlregelbare Pumpen für den Filterkreislauf von Swimming Pools werden immer beliebter. Die Vorteile dieser Filterpumpen können bei falscher Konfiguration aber deutlich hinter den Erwartungen zurück bleiben.

Wenn Sie also eine möglichst leise und stromsparende Filterung Ihres Poolwassers anstreben, dann sollten Sie sich Zeit nehmen, um Ihre Pumpe richtig einzustellen.

Voraussetzungen & benötigte Daten zur Optimierung der Pool-Filteranlage

Sie benötigen natürlich erst einmal eine entsprechende Pumpe, deren Drehzahl in Prozent oder auch in Umdrehungen pro Minute (min-1) einstellbar ist.
Außerdem benötigen Sie:

  • die Kennlinie (auch Leistungsdiagramm genannt) Ihrer Pumpe, zumeist in der Bedienungsanleitung oder im Datenblatt zu finden
  • Angaben zur empfohlenen Filtergeschwindigkeit und Rückspülgeschwindigkeit Ihres Filtermediums,
    z.B. AFM Glasgranulat: 30 m/h - diese Angabe finden Sie zum Beispiel in der jeweiligen Produktbeschreibung des Filtermediums in unserem Onlineshop

(Wenn Ihnen das schon zu kompliziert erscheint und Sie nicht lange rechnen wollen: für die meisten Kombinationen haben wir Ihnen die optimalen Einstellungen schon ausgerechnet und bei den von uns angebotenen Pumpen vermerkt.)

FlowVis Durchflussmesser zum bestimmen des Volumenstromsoptional: eine Einheit, die den realen Durchfluss Ihres Poolkreislaufs anzeigt, zum Beispiel unser > Durchflussmesser FlowVis®

Die Angabe zur Filtergeschwindigkeit erscheint Ihnen zu gering?

Bitte wundern Sie sich nicht über die sehr geringe Geschwindigkeit! In Rohrleitungen wird diese in der Einheit m/s angegeben, also pro Sekunde. In einem Filterkessel wird aber durch die stark vergrößerte Fläche die Geschwindigkeit des fließenden Wassers so stark verringert, dass man die Geschwindigkeit im m/h, also pro Stunde, angibt. Das ist so korrekt und gewünscht, denn nur so kann der Filter die Verunreinigungen effektiv aus dem Wasser filtern.

Eine zu hohe Pumpenleistung kann nicht verkehrt sein?

Bei zu hohen Fließgeschwindigkeiten lässt die Filterwirkung (Filterschärfe) nach, denn dann wird das Wasser zu schnell durch das Filtermedium gepresst. Dabei können sich sogenannte Durchbrüche des Filterbetts einstellen, d.h. der Schmutz wird einfach mit durchgespült und nicht zurückgehalten. Deshalb ist es immer besser, einen größeren Filter zu wählen. Für öffentliche Anlagen (z.B. Freibad) wird beispielsweise eine maximale Filtergeschwindigkeit von 30 m/h gefordert. Rechnet man kleine Filteranlagen aus dem privaten Poolbereich nach, ergibt sich meist eine Fließgeschwindigkeit von 50...60 m/h. Da braucht man sich über mangelhafte Ergebnisse nicht wundern. Aber es gibt ja zum Glück die drehzahlregelbaren Pumpen! 

Berechnung der einzustellenden Werte für Ihre drehzahlregelbare Pumpe

Berechnung der Filterfläche Ihres Filterkessels

Der Durchmesser des Filterkessels ist meist bekannt oder leicht mit einem Zollstock zu ermitteln. Zur weiteren Berechnung benötigen wir aber die Filterfläche im Kessel, die sich wie folgt ergibt:

Querschnittsfläche Filterkessel [m²] =  3.141 (entspricht π = Pi) / 4 x (Durchmesser Filterkessel [m])2also die bekannte Formel A= π/4*d2 (für alle, die es noch genauer wissen wollen, siehe hier)

Beispiel für Kessel mit 500 mm Durchmesser:  3,141 / 4 * (0,5 m)² = 0,196 m² Filterfläche 

Berechnung des benötigten Volumenstroms

Der benötigte Volumenstrom muss zwei mal berechnet werden. Einmal für die Standard-Filtergeschwindigkeit und einmal für die Rückspülgeschwindigkeit. Die Filtergeschwindigkeit setzen sie also entsprechend den empfohlenen Filtergeschwindigkeiten Ihres Filtermediums ein.

benötigter Volumenstrom [m³/h] = errechnete Querschnittsfläche Filterkessel [m²]  x  benötigte Filtergeschwindigkeit [m/h] 

oder als Formel: 

V̇ = A * v

in unserem Beispiel mit AFM Filterglas: 0,196 m² x 30 m/h = 5,88 m³/h

Kennlinie und Leistungsdiagramm der Alha Eco Soft Filterpumpe

Ermittlung der benötigten Drehzahlen für Ihre regelbare Filterpumpe

Aus der Kennlinie der Pumpe lesen Sie nun bei 8 m Förderhöhe (entspricht 0,8 bar) die entsprechende Drehzahl für diesen soeben berechneten Volumenstrom ab. Hier gehen wir also von einem durchschnittlichen Gegendruck von 0,8 bar aus (Erfahrungswert der genutzt wird, wenn kein Durchflussmesser verbaut wurde).

In unserem Beispiel lesen wir aus dem Diagramm für rund 6 m³/h eine Drehzahl von 2.200 min-1 ab. (Im nebenstehenden Diagramm für die Pumpe Alpha Eco Soft sind das knapp 40%, weil bei dieser Pumpe nicht die Drehzahl eingestellt wird, sondern die Leistung in %.) Das ist also die für den normalen Filterbetrieb einzustellende Drehzahl. Danach rechnet man noch einmal mit der Rückspülgeschwindigkeit, z.B. 50 m/h und erhält den für die effektive Rückspülung erforderlichen Volumenstrom.

Der Gegendruck kann je nach Poolanlage sehr stark vom diesem angenommenen Wert abweichen. Wenn Sie einen Durchflussmesser, wie den > Durchflussmesser FlowVis® montiert haben, können Sie die benötigte Drehzahl zum Erreichen des berechneten Volumenstroms noch exakter bestimmen. Verändern Sie dazu die Drehzahl Ihrer Pumpe und lesen Sie dabei den aktuellen Volumenstrom am Durchflussmesser ab. Ändern Sie die Drehzahl einfach solange, bis der berechnete Volumenstrom angezeigt wird.

Empfohlene Tastenbelegung Ihrer frequenzgesteuerten Pumpe

Fast alle regelbaren (frequenzgesteuerten) Pumen besitzen drei meist vorbelegte Leistungsstufen. Bitte entnehmen Sie der Bedienungsanleitung Ihrer Pumpe, wie man diese Vorbelegung ändern kann.

Unsere Empfehlung ist:

Taste 1: Spar-Drehzahl (z.B. 1.500 min-1), welche man in Zeiten geringer Wasserbelastung nutzt, z.B. im Frühjahr bei niedrigen Temperaturen. Man kann diese Drehzahl auch bei Frostgefahr nutzen zur Aufrechterhaltung einer Durchströmung, um Frostschäden vorzubeugen.

Taste 2: oben errechnete Drehzahl für Filterung

Taste 3: oben errechnete Drehzahl für Rückspülen

 

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